Glasenbach: "Eine Entnazifizierung fand nicht statt" (15. Juli 2009)
 |
| Quelle: Bildarchiv Entnazifizierung.at |
Am 14. Juli 2009 präsentierten die Landesarchive von Salzburg und Oberösterreich die erste Buchpublikation über das Entnazifizierungslager Glasenbach. Die beiden Autoren Oskar Dohle und Peter Eigelsberger hatten dafür hunderte Archivkartons durchforstet und Gespräche mit den letzten verbliebenen Zeitzeugen geführt. Auf 440 Seiten zeichnen die beiden Historiker ein detailliertes Bild von der Entstehung und Geschichte des Lagers sowie den alltäglichen Lebensverhältnissen dort. Auch die Zeitzeugengespräche sind vollständig wiedergegeben.
>> derStandard.at

Die seltsame Reise eines ehemaligen KZ-Wächters (13. Juli 2009)
 |
| Quelle: derStandard.at |
Es klingt nach einem schlechten Nachkriegskrimi. Der Hauptdarsteller: ein ehemaliger KZ-Wächter, der Jahrzehnte nach Kriegsende in Österreich landet. 84 Jahre alt, pflegebedürftig, von den USA ausgewiesen und staatenlos. In den Nebenrollen: Mitarbeiter des Innenministeriums, des Landes Vorarlberg, Caritas-Vertreter und eine Wiener Familie, die bloß einen Mieter suchte.
Zum 80. Geburtstag: Jürgen Habermas und seine philosophischen Texte (22. Juni 2009)
Zum 80. Geburtstag des Sozialwissenschaftlers Jürgen Habermas hat der Suhrkamp Verlag eine fünfbändige Sonderausgabe seiner wichtigsten Bücher aufgelegt. Im 4. Band mit dem Titel "Politische Theorie" beschreibt Habermas sein Erstaunen darüber, dass es in Deutschland kein „spontanes Aufräumen“, sondern nur die bürokratische Prozedur der Entnazifizierung gab:
"Die intellektuellen Vorreiter des alten Regimes hatten - bis auf wenige Ausnahmen - die Entnazifizierung unbeschädigt überstanden. Sie fühlten sich vor Kritik sicher und sahen keinen Grund zur Selbstkritik. Die personellen und geistigen Kontinuitäten, die sich unter der Decke eines Verdrängungsantikommunismus unbehelligt fortsetzten, haben auf der anderen Seite die Furcht vor einem Rückfall in die autoritären Verhaltensmuster und elitären Denkgewohnheiten des vordemokratischen Deutschlands wach gehalten - bei mir sogar bis in die frühen 80er Jahre hinein."
Die fünfbändige Sonderausgabe kann über den Suhrkampf Verlag bezogen werden.
 Universität Wien: Entnazifizierung nach 1945 (10. Juni 2009)
 |
 |
| Universität Wien (Quelle: Wikipedia.org) |
Registrierungsblatt (Quelle: Privat) |
"Mit dem Ende der Naziherrschaft und dem Bekanntwerden der Ausmaße des Holocaust nach 1945 begann der Prozess der Entnazifizierung. Auch an der Universität Wien wurde die Aufarbeitung nationalsozialistischen Erbes initiiert, wo Sonderkommissionen über den Umgang mit belasteten wissenschaftlichen Personal entschieden. Walter Manoschek (Institut für Staatswissenschaft) untersucht die Auswirkungen der Entnazifizierung auf die Karrieren des damaligen Wissenschafts- und Lehrpersonals."
>> Online-Zeitung der Universität Wien
ShortNews... (28. Mai 2009)
Buchtipp: "Die Suche nach Sicherheit"
In dem neu erschienenen Buch über die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschreibt der Marburger Historiker Eckart Conze
u.a. die bis spät in die sechziger Jahre hinein mögliche Fortsetzung von beruflichen Karrieren ehemaliger Nazis in demokratischen Institutionen und verweist dabei nüchtern auf dessen pragmatische Ursachen.
>> Frankfurter Rundschau
Buchtipp: "Herrenmenschen"
Am 1. September 1939 begann die Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft in Polen während des Zweiten Weltkriegs. Motor der fortschreitenden Brutalisierung waren dabei die Kreis- und Stadthauptleute. Ihre Rolle hat der Historiker Markus Roth an der Friedrich-Schiller-Universität Jena erstmals umfassend untersucht und beschäftigte sich dabei u.a. auch mit dem Entnazifizierungsprozess nach dem Untergang der NS-Herrschaft.
>> Uni Jena
ShortNews... (15. Mai 2009)
Wir sind es nicht nur den Opfern schuldig
Am Stammtisch, im Bäckerladen, von Bekannten hört man jetzt wieder: Lasst die alten Männer doch in Ruhe. Was bringt es, die noch vor Gericht zu schleppen. Davon wird keiner mehr lebendig. Es stimmt schon: Den vergasten Juden, den ermordeten Schwulen, den massakrierten Zivilisten, den zu Tode gefolterten Demokraten nutzt es nichts, wenn ein NS-Kriegsverbrecher verurteilt wird. Aber es nutzt uns.
>> Frankfurter Rundschau
Demjanjuks Schuld
Heute sind sie gebrechlich, tatterig und schwerhörig. Damals, vor unendlich langer Zeit, haben die Männer, die heute auf die neunzig zugehen, im Schlachthaus der Weltgeschichte für "Ruhe und Ordnung" gesorgt.
>> Süddeutsche Zeitung
Jenas Uni 1945-1989: Neuorientierung und Stagnation
Die Anfangszeit der Alma Mater Jenensis war nicht leicht. Nur noch wenige Hochschullehrer waren an der Universität geblieben. Von zuvor 212 waren im Oktober 1945 nur noch 64 übrig. Nach Abschluss der Entnazifizierung, die im März 1948 als beendet galt, gehörten der Universität 124 Lehrende an.
>> Thüringische Landeszeitung
NS-Verbrecher John Demjanjuk aus den USA abgeschoben (12. Mai 2009)
 |
| Quelle: ORF.at |
Der aus den USA abgeschobene mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk ist in Deutschland angekommen. Ein Flugzeug mit dem 89-Jährigen an Bord landete Dienstagfrüh in München. Demjanjuk wird vorgeworfen, 1943 als Wächter im Vernichtungslager Sobibor Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden geleistet zu haben. Er bestreitet, an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein, und hatte monatelang gegen eine Auslieferung angekämpft. Nun soll er in Deutschland im vielleicht letzten Nazi-Kriegsverbrecherprozess vor Gericht gestellt werden.
>> ORF
ShortNews... (10. Mai 2009)
Grundgesetz steht für den Neuanfang
Nach dem verlorenen Krieg gehen die Deutschen an den Wiederaufbau. Es dauert Jahre, bis die Trümmerberge beseitigt sind, jeder genug zu essen und wieder ein Dach über den Kopf hat.
>> Stuttgarter Nachrichten
Jud Süß
Im Kino: Ein neuer Dokumentarfilm über den Regisseur des antisemitischen Nazi-Propagandafilms.
>> Zeitjung.de
Mehrheit für Forßmann – Straßennamen im Rheingrafenblick
Im ersten Bauabschnitt des Rheingrafenblicks wird es auch eine Werner-Forßmann-Straße geben. Das beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit. Zuvor hatte der Fraktionschef der Grünen auf die Nazi-Vergangenheit Forßmanns hingewiesen…
>> Allgemeine Zeitung Mainz

Entnazifizierungslager Glasenbach (6. Mai 2009)
 |
 |
| Ulrike Schmitzer |
"Glasenbach" (Quellen: Johannes Cizek, Ulrike Schmitzer/Eva Testor) |
Verdrängte Geschichte Glasenbach -
Entnazifizierung nach dem 2. Weltkrieg
Ein Dokumentarfilm von Ulrike Schmitzer
Das Entnazifizierungslager Glasenbach bestand von November 1945 bis August 1947 und sollte Kriegsverbrecher sowie ehemalige NS-Funktionäre von jeglichem gesellschaftlichen Einfluss im Nachkriegsösterreich ausschließen.
Die in Salzburg geborene ORF-Journalistin Ulrike Schmitzer arbeitete dieses Thema nun in einem ca. einstündigen Dokumentarfilm auf.
Der Film feiert am 8. Mai 2009 um 8.30 Uhr Premiere (DAS KINO Salzburg).
Josias Kumpf: Kein Verfahren gegen KZ-Wächter (19. März 2009)
 |
| Quelle: ORF.at |
Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt zurzeit Justiz- und Innenministerium. Am Donnerstag haben die USA den ehemaligen KZ-Wächter und mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher, Josias Kumpf, nach Österreich abgeschoben. Der 83-jährige gebürtige Serbe soll 1943 an Massenerschießungen im KZ Trawniki beteiligt gewesen sein. Doch ein Strafverfahren ist in Österreich aufgrund von Verjährung nicht möglich. Der Staatenlose lebt damit derzeit zwar illegal, aber unbehelligt in Österreich.
Milivoj Asner: Republik gibt Gutachten in Auftrag (15. März 2009)
 |
| Quelle: ORF.at |
Der mutmaßliche Nazi-Verbrecher Milivoj Asner, der seit Jahren unbehelligt in Klagenfurt lebt, könnte doch noch vor Gericht kommen. Zumindest soll nun erstmals ein unabhängiger Gutachter beurteilen, ob Asners Auslieferung in seine Heimat Kroatien tatsächlich wegen schwerer Demenz unmöglich ist. Die Suche nach dem Gutachter hatte sich schwierig gestaltet: Ein anderer Experte war zuvor abgesprungen, weil ihm die Entlohnung durch die Republik Österreich zu mickrig war.
Nazijagd: Kritik an Österreich (13. Dezember 2008)
Österreich ist bei der gerichtlichen Verfolgung von Naziverbrechern kaum aktiv und wenig erfolgreich: Diese Kritik geht aus dem Jahresbericht 2008 des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem hervor. Dem Bericht zufolge habe Österreich zwischen April 2007 und März 2008 keinen einzigen ehemaligen NS-Schergen verurteilt und auch keinen angeklagt.
>> Salzburger Nachrichten
   
|